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APRIL 2017

Kolumne

Hartes Pflaster

Popkultur und was sonst noch zu sagen ist.

I

Zuge der Weekender-Schließung kommt immer wieder die Diskussion auf, ob das Innsbrucker Publikum ein großstädtisches Musikangebot überhaupt zu schätzen wisse. Ich glaube, ja – mit der Einschränkung, dass es „das Innsbrucker Publikum“ per se nicht gibt. Es gibt eine kleine Gruppe an extrem musikinteressierten Menschen, die sich sehr darüber freuen, wenn Vereine und Veranstalter gute Bands und Acts nach Innsbruck bringen. Und die sich auch bemühen, bei diesen Konzerten anwesend zu sein, Eintritt zu zahlen und den Künstlern das Gefühl zu geben, nicht in der totalen Provinz gelandet zu sein.

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Und es gibt die ganz durchschnittlichen jungen Stadtbewohner, die gerne ausgehen, das Angebot, das Innsbruck bietet, eigentlich eh ganz cool finden, ihre Stammlokale haben und gerne in die neuen Clubs und Bars gehen, wenn sich in der Stadt etwas tut. Warum auch nicht – so viel Angebot hat Innsbruck dann auch wieder nicht, dass man nicht froh wäre, ein paar zusätzliche Optionen zu haben.

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Es ist diese zweite Gruppe, die ganz normalen Stadtbewohner, die die Innsbrucker Venues füllt und überleben lässt – oder auch nicht. Die Musikinteressierten alleine schaffen das nicht. Und so gibt es eben die Konzerte und Veranstaltungen, wo 20 Leute herumstehen, obwohl das musikalische Angebot erstklassig ist. Dass diese Abende für die Veranstalter, die viel Herzblut, Zeit und auch Geld investiert haben, bitter sind, steht außer Frage. Trotzdem kann man nur hoffen, dass sie am Innsbrucker Publikum nicht verzweifeln. Und vielleicht ist das Weekender-Ende ein Signal für die, die grundsätzlich jammern, dass in Innsbruck eh immer das Gleiche passiert. Denn wenn keiner hingeht, passiert irgendwann gar nichts mehr.