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NOVEMBER 2017

Fruchthof vs. Markthalle

Wir haben Innsbrucks Hotspots für Hobbyköche und Lebensmittel-Liebhaber unter die Lupe genommen und in 14 Kategorien verglichen.

Regionalität

Dieser Punkt geht ganz klar an die Markthalle. Im hinteren Teil gibt es am Bauernmarkt Montag bis Samstag von 7 bis 12 Uhr viele Bauern aus der Region, die hier ihr Ware oft frisch vom Feld verkaufen. Einziges Manko: Wirklich voll besetzt sind die Bauernstände nur am Freitag und Samstag. Im Fruchthof spielt Regionalität hingegen keine große Rolle, deutlich weniger Produkte kommen hier aus Tirol.

 

Fruchthof: 3/10

Markthalle: 8/10

Bio-Faktor

Hier gibt es für beide noch viel Luft nach oben. Bei Obst und Gemüse ist der Fruchthof mittelmäßig aufgestellt und teuer. In der Markthalle würde es ohne den Stand von Biobäuerin Wach (nur Dienstag, Freitag und Samstag am Vormittag geöffnet) aber noch düsterer aussehen. Bei Tees, Ölen, Säften und anderen abgepackten Lebensmitteln hat der Fruchthof klar die Nase vorn. Auch beim Frischfisch findet man das eine oder andere Bioprodukt.

 

Fruchthof: 6/10

Markthalle: 2/10

Fisch

Hier schenken sich die beiden wenig. Sowohl Fisch Peer in der Markthalle (früher auch der Fischhändler im Fruchthof) als auch der Fruchthof verkaufen wohl den besten Frischfisch in Innsbruck. Bezieht man die dazugehörigen Restaurants mit ein, hat der Fruchthof hier leicht die Nase vorn.

 

Fruchthof: 10/10

Markthalle: 9/10

Obst und Gemüse

Hier sind die beiden unterschiedlich, aber gut aufgestellt. Im Fruchthof findet man alles an einem Ort, perfekt und stets schön mit Wasser bestäubt präsentiert. Hier sieht alles richtig frisch aus und auch Käufer exotischer Früchte kommen voll auf ihre Kosten. In der Markthalle teilen sich über zehn Händler dieses Segment und so sollte man zuerst sondieren, wer von welchem Obst und Gemüse die beste Ware hat. Für die Profis: Erst bei den Bauern einkaufen, dann den Rest bei den klassischen Händlern ergänzen.

 

Fruchthof: 10/10

Markthalle: 10/10

Brot

Im Fruchthof findet sich eine Filiale von Innsbrucks wohl bestem Großbäcker – den Brotbuben. Ansonsten sieht es beim Brot aber eher dünn aus. In der Markthalle wartet dafür eine echte Besonderheit – der Südtiroler Bäcker Pardeller sorgt für willkommene Abwechslung und auch die Bauern und die Brotschmiede haben sehr gute Ware im Angebot.

 

Fruchthof: 7/10

Markthalle: 9/10

Spezielles

Hier haben beide Einkaufswelten ihre Vorteile. Im Fruchthof findet man ein großes EM-Sortiment (Effektive Mikroorganismen) und viel Hilfe für Freunde ausländischer Küche. Gerade im asiatischen Bereich fehlt kaum eine Zutat oder gar ein Gewürz. Auch die Auswahl an Kaffee, Tee und Produkten für Allergiker ist sehr groß. In der Markthalle findet man Frischekosmetik von Ringana, Bio-Öle aus der Tiroler Ölmühle „NaturWurzel“, einen eigenen Stand rund um die Aroniafrucht, einen Experten für Almkräuter oder eine Nudelmanufaktur. Beide Standorte beheimaten zudem „Frank’s Oliven“, der nicht nur für ebendiese, sondern auch für besondere Aufstriche bekannt ist.

 

Fruchthof: 9/10

Markthalle: 8/10

Blumen

Auch hier hat der Fruchthof quantitativ keine Chance. Denn in der Markthalle finden sich neben den Bauernständen auch fixe Blumenhändler wie Seidemann, die Gärtnereien Sax, Peer und Falbesoner, Blumen Fleischmann oder Gartenbau Heis. Dementsprechend groß ist hier die Auswahl und Dank des Wettbewerbes herrschen faire Preise. Der Fruchthof setzt auf „Charisma“. Dieser Blumenhändler ist wirklich ein Erlebnis und bietet besonders tolle Sträuße und Kreationen an. Für Sparfüchse ist der Laden aber leider nichts.

 

Fruchthof: 7/10

Markthalle: 9/10

Gastronomie

Zahlenmäßig ist die Markthalle klar überlegen: Da gibt es das Bistro „Der Franzose“ von Dalila und Eric aus der Bretagne, das „Insteps“ mit seiner Verwertungsküche, die „Nudelmanufaktur Achleitner“ mit allein 25 Tortellini-Sorten, das „Soultans“ für Liebhaber arabischer Küche, das „da Raffaele“ mit frischer Pasta, das „Wurst und Wonne“, ganz neu das kleine „Due Sicilie“, das Fischrestaurant Marktschiff und vieles mehr. Viele davon mit Sonnenterrasse zum Inn, einige davon auch am Abend bis 22 Uhr geöffnet. Im Fruchthof hingegen gibt es nur drei Möglichkeiten für die Verköstigung vor Ort. Neben dem Angebot von Hörtnagl fällt die „Thai Kitchen“ auf, bei der man vor allem zu Mittag meinen könnte, dass sie den ganzen Stadtteil ernährt. Von 11 bis 14.30 Uhr gibt es hier frische, gesunde Thai-Küche zum fairen Preis. Auch das Fischrestaurant „Fischiff“ ist eine besondere Erwähnung wert, wir würden sogar sagen, es ist das Beste seiner Art in Innsbruck.

 

Fruchthof: 10/10

Markthalle: 10/10

Erreichbarkeit

Rund um den Fruchthof findet man eigentlich immer einen Gratis-Parkplatz, das ist wohl der größte Vorteil der eigentlich unattraktiven Lage. Die Markthalle wirbt zwar mit 394 Garagenplätzen nebenan und einer Stunde gratis Parken ab einem Einkauf von 15 Euro, aber für die meisten Besucher gilt: Mit dem Auto in die Markthalle kann zur mühsamen Odyssee werden.

 

Fruchthof: 9/10

Markthalle: 7/10

Öffnungszeiten

Die Markthalle öffnet um 7 Uhr und schließt um 18.30 Uhr, samstags schon um 13 Uhr. In der Realität ist das Haus aber nur am Freitag und am Samstag Vormittag voll besetzt. Leider gibt es trotz der großzügigen Öffnungszeiten viele Menschen, für welche die Markthalle sicher nicht am Nachmittag existiert und immer noch einige, die ihren Einkauf auf das
Wochenende legen. Die Schließung am Samstag um 13 Uhr ist unserer Ansicht nach viel zu früh. Im Fruchthof herrschen klassische Supermarkt-Öffnungszeiten (8 bis 18.30 Uhr), am Freitag hat man eine Stunde länger, am Samstag dafür nur bis 17 Uhr geöffnet.

 

Fruchthof: 9/10

Markthalle: 6/10

Drei Food-Markets, die man gesehen haben sollte

Der Originale

LA BOQUERIA in Barcelona

Der Markt inmitten der Rambla zählt zu den besten Freiluftmärkten der Welt. Wer nicht in Einkaufslaune ist, kann hier auch exzellent Mittagessen.

Der Hippe

CHELSEA MARKET in New York

Cooler kann ein Food-Market nicht sein. Im ehemaligen Schlachterviertel wird immer noch gemetzgert – inzwischen aber Biofleisch von Hipstern in Hemd und Krawatte.