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SEPTEMBER 2014

Interview

Mister Ö3 ohne Banane kkkk

Der gebürtige Inzinger Andi Knoll ist seit 20 Jahren auf Ö3 zu hören und moderiert im ORF Shows wie „Die große Chance“. Als Songcontest-Kommentator hat er Conchita Wurst zum Sieg begleitet. Im 6020-Interview spricht er über seinen Dialekt, Oliver Pocher und Facebook-Shitstorms.

Interview: Barbara Wohlsein
Foto: Hitradio Ö3

„In Tirol bekomme ich zu hören: Tua nit so wienerlen.“

6020:

Hast du dich schon damit abgefunden, mit dem Zitat „Jetzt hat uns die den Schas gewonnen“ in die österreichische Fernsehgeschichte einzugehen? Obwohl der Spruch ja gar nicht von dir stammt. Andi Knoll: Das wird die Geschichte zeigen, ob der Spruch Geschichte wird. Aber wann immer man mich fragt, gebe ich die Originalquelle Alkbottle an. Ehre, wem Ehre gebührt, ich habe es ja nur abgewandelt.

 

Wie schätzt du deine Chancen ein, den ESC 2015 moderieren zu dürfen? Und willst du das überhaupt noch? Ich will das vor allem denen beantworten, die das dann auch tatsächlich entscheiden.

 

Wirst du nach 20 Jahren in Wien überhaupt noch als Tiroler identifiziert? Außerhalb von Tirol schon immer noch. Weil ich ja privat nicht ganz so schön spreche wie im Radio. In Tirol selber bekomme ich allerdings meistens zu hören: Tua nit so wienerlen. Das war aber auch schon nach dem ersten Jahr in Wien so. Ich nehme sehr schnell von meiner Umgebung an. Also nach 120 Minuten in Tirol ist alles wieder gut.

 

Weißt du, dass du neben Nadine Beiler und Benny Hörtnagl im Wikipedia-Eintrag von Inzing genannt wirst? Das hat mir mal wer geschickt, ja. Wobei ich lustig finde, dass der Benny unter „Söhne und Töchter der Gemeinde“ geführt wird und Nadine und ich unter „Personen mit Beziehungen zur Gemeinde“. Als Geburtsort haben wir alle Innsbruck – vielleicht geht das nach Schwimmbadsaisonkarten.

Vor kurzem hast du auf Facebook verkündet, dass es dein fester Vorsatz sei, „peinlich alt zu werden“ – auf was freust du dich schon? Auf die Gelassenheit, ungebremst meine Meinung sagen zu können, weil mir die Konsequenzen scheißegal sind. Auf Blicke, die nicht sagen: Isch des der Andi Knoll? Sondern: Bisch du deppert, dass sich des der Andi Knoll in dem Alter no tuan traut. Und auf den Seniorentarif am Rendl.

 

Hast du dir seit dem Facebook-Shitstorm um Lisa Gadenstätter schon einmal gedacht: „Moderator sein war früher einfacher“? Naja, heutzutage kann jeder Idiot auf Facebook öffentlich seine Meinung sagen. Früher war das Idioten wie mir vorbehalten, ein Forum zu haben. Damit muss man lernen umzugehen. Was Lisa passiert ist, ist natürlich ganz mies, aber man darf sich das einfach nicht zu Herzen nehmen.

„Mit meinem Mindset bin ich irgendwo zwischen Patscherkofel, Südosttangente und Wörthersee.“